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SYRACOM und Adour Consulting hatten im September 2009 zum dritten Mal zum „EAM ThinkTank“ nach Frankfurt am Main ins Airport Center eingeladen. Lesen Sie hier die Zusammenfassung der EAM Think Tank Veranstaltung vom September 2009. weiterlesen ...
SYRACOM und Adour Consulting hatten am 27.09.2009 zum dritten Mal zum „EAM ThinkTank“ nach Frankfurt am Main ins Airport Center eingeladen. Dieser Einladung folgten erneut interessante Referenten und Gäste und bereiteten sich selbst durch spannende Beiträge und eine lebhafte Diskussion am „Round Table“ einen wertvollen Erfahrungsaustausch rund um das Thema „Enterprise Architecture Management“. In seinem Eröffnungsbeitrag stellte Hr. Reith, Principal IT Architect bei der Commerzbank, das Vorgehen der Architekten bei der laufenden und sehr komplexen IT-Integration „Growing together“ von Commerbank und Dresdner Bank vor. Einfach klingende Versprechen des Top Management wie „Alle Kunden behalten ihre Kontonummer“ zeigten, dass sie im Detail enorme Auswirkungen in der IT haben. Allein dieses Versprechen induziert ca. 20% der Integrationskosten. Aus Geschäftssicht war es jedoch zwingend erforderlich, da Prognosen aufzeigten, dass ansonsten 10-15% der bestehenden Kunden zu anderen Banken wechseln könnten. Herr Reith und seine Kollegen identifizierten folgenden Erfolgsfaktor für ein erfolgreiches und nutzbringendes EAM in der Integrationsphase: „Reingrätschen“. Darunter verstanden die Architekten ohne explizite Einladung in die Teambesprechungen der vielen Projekte und Teilprojekte zur Ablösung der Gesamtlandschaft wie von Einzelapplikationen hineinzugehen, zuzuhören, Probleme zu erkennen und konstruktive Lösungswege und Lösungen vorzuschlagen. Auf diese Weise konnten die Architekten eine hohe Reputation als Problemlöser erwerben und der IT bei der Integration konkret unterstützen. EAM operativ statt im Elfenbeinturm! Nicht weniger spannend war der Beitrag „Prozessmanagement an der Schnittstelle zum EAM" von Herrn Hannibal, Leiter Prozessmanagement bei EON Ruhrgas. Er berichtete von dem langen Weg, ein unternehmensweites Prozessmanagement aufzubauen und zu betreiben. Aber wie ist er vorgegangen? Als erstes baute er eine eigene Stabsfunktion mit einem Team von internen Mitarbeitern auf: alles ehemalige Berater, die Profis im Prozessmanagement waren und Veränderungsprozesse initiieren und steuern konnten. Ausgangspunkt war ein Zielprozessmodell, das die zukünftigen Anforderungen an das Unternehmen EON Ruhrgas reflektierte. Dieses wurde auf höchster Führungsebene verbindlich verabschiedet. Umgesetzt wird dieses Zielmodell nun in vielen verschiedenen operativen Umsetzungsprojekten, die von den Prozessmanagern begleitet werden. Und was waren die „Lessons Learned"? Laut Herrn Hannibal benötigt der Aufbau einer Governance-Funktion rund um Geschäftsprozesse erfahrene Mitarbeiter, die gestalten und verändern und nicht lediglich dokumentieren, was andere ihnen vorgeben. Weiterhin muss das Prozessmanagement organisatorisch im Unternehmen verankert werden, weil eine Stabsfunktion allein das Thema nicht voranbringen kann und die notwendige Akzeptanz nicht erhalten würde. Deshalb werden bei EON Ruhrgas so genannte Prozessowner fachbereichsübergreifend bestimmt, die von Prozessmanager je Fachbereich operativ unterstützt werden. In einem weiteren Beitrag aus dem Hause EON berichteten Herr Mück und Herr Dr. Scheffczyk unter dem Motto „Establishing Application Architecture Management at E.ON IS", wie ein konzerngebundener IT-Dienstleister sich dem Thema EAM näherte. Oberstes Ziel der EAM-Initiative war es, zunächst einen Überblick über die vielen Geschäftsapplikationen des EON Konzerns, die von der EON IS betreut und betrieben werden, und ihren Verbindungen untereinander zu erlangen. Hierzu wurde ein Meta-Modell entwickelt, dass den Informationsbedarf aufzeigte. Zunächst wurden die verantwortlichen Stakeholder gebeten, mit Hilfe eines Excel-Tools die wichtigsten Daten zu und über Applikationen zusammenzutragen. In einem weiteren Schritt wurden die erfassten IST-Daten noch im Excel-Tool auf Vollständigkeit, Korrektheit und Konsistenz geprüft, um anschließend in das EA-Werkzeug „ARIS IT Architect" importiert zu werden. Welche Erfahrungen hat EON IS konkret gemacht? Unabhängig von der Mächtigkeit des Metamodells ist die Qualitätssicherung der erfassten Daten enorm wichtig. Der dafür notwendige Aufwand sollte nicht unterschätzt und explizit im Vorgehen geplant werden. Des Weiteren erwies sich das Vorgehen zur Entwicklung des Metamodells als erfolgreich: aus der jeweiligen Perspektive des Stakeholders (u.a. Solution Architects, Project Manager, Application Manager) wurden Informationsbedarfe in Frageform entwickelt und abgestimmt. Dieses „Vom-Ende-her-Denken" hat dazu geführt, sich zum einen zu fokussieren und den konkreten Bedarf der Stakeholder zu spezifizieren. Abgerundet wurde der Vortragsteil durch einen interaktiven Vortrag von Herrn Pretz, Daimler AG, zum Thema „IT Bebauungsplanung als Ausgangspunkt für ein konzernweites EAM“. Ziel war hier, hinreichend Transparenz über die Architektur zu erlangen, um planen und entscheiden zu können. Herr Pretz zeigte die wichtige Verzahnung zwischen IT-Bebauungsplanung und Projektportfolio Management auf. Ohne diese inhaltliche Integration, z.B. über eine Referenzstruktur wie ein Business Capability Model wäre eine Auswahl der „richtigen" Projekte nur schwer möglich. Gemäß Herrn Pretz verfolgt Daimler mit EAM ein konkretes Konsolidierungsziel zur Reduktion der Anzahl der Applikationen und Services. Abschließend verwies Herr Pretz auf die Bedeutung der „Referenzstruktur", die das gemeinsame Geschäftsverständnis abbildet. Dieses Werkzeug ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Kommunikation zwischen Geschäft und IT. Die vorgestellten Ergebnisse und Erfahrungen wurden im anschließenden Round Table lebhaft diskutiert. Es wurden Fragestellungen zusammengetragen, zu denen die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen austauschten. Ein sehr kontrovers diskutiertes Thema war der Punkt „sinnvoller Applikationsschnitt für die Bebauungsplanung". Je nach Problemstellung, Unternehmenssituation oder Unternehmensseite (Fach/IT) wurden sehr unterschiedliche, teils pragmatische Ansätze verwendet. Der Round Table diskutierte in diesem Kontext Richtlinien für den Schnitt/die Definition einer Applikation oder Applikationskomponente. |